Private Spielhallen boomen
Sonntag, 11. Oktober 2009
Während die Umsätze der Spielbanken stetig zurückgehen boomt der Glücksspielsektor bei den privaten Spielhallen. Die drei Casinos in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz erzielten 2005 noch einen Bruttospielertrag von 106 Millionen Euro. Für 2009 wird jedoch nur noch Ertrag von rund 71 Millionen Euro erwartet.
Als Ursachen nennt der Staatsminister das strikte Rauchverbot, die umfassende Zugangskontrolle und die "erweiterten Spielmöglichkeiten für das gewerbliche Spiel". Gemeint ist die Konkurrenz der Spielhallen, die sich in vielen Städten Baden-Württembergs wie Pilze im feuchten Wald vermehren.
Von 2000 bis 2008 nahm nach Reinharts Aufstellung die Zahl der Konzessionen im Südwesten um 44 Prozent zu, während es bundesweit nur ein Plus von 5,5 Prozent gab. Die Zahl der Spielgeräte explodierte geradezu: 73 Prozent mehr in Baden-Württemberg. Allein in Spielhallen standen 2008 fast 11,000 Geräte, weitere 9,000 in Gaststätten. Experten weisen darauf hin, daß die Geldspielautomaten der Spielhallen technisch den Geräten der staatlichen Spielbank ebenbürtig seien.
Kaum Fortschritte gibt es bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels. Das Regierungspräsidium Karlsruhe konnte bei den Wettbüros bisher lediglich eine Stagnation bei landesweit 500 erreichen. Stark zugenommen haben nach Angaben von Innenminister Heribert Rech die Internet-Angebote für Sportwetten wie Casinospiele. Die Schweiz will die Privaten mit einem staatlichen Internet-Casino kontern.
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