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Zweikampf der Sportwettenanbieter - Online besiegt Offline
Freitag, 23. Oktober 2009
Im Sportwettenland rittern Bwin und Admiral, die zwei größten Player am Markt, um die Vorherrschaft. Im Detail heißt der Kampf aber Offline gegen Online-Glücksspiel. Die Novomatic-Tochter Admiral Sportwetten verdient ihr Geld zum Hauptteil mit stätionären Sportwetten und verfügt über 190 Standorte in Österreich. Konkurrent Bwin bietet seine Dienste nur online an. Derzeit hat Admiral die Nase vorn. Wie das Marktforschunginstitut Kreutzer Fischer & Partner (kfp) ausweist, liegt Admiral im Sportwetten-Segment an erster Stelle. Dahinter kommt Bwin gefolgt von den Österreichischen Lotterien und Wettpunkt. Bald könnte sich das jedoch ändern: "Bwin legte beim Marktanteil in den letzten Jahren stark zu, der von Novomatic ist dagegen leicht gesunken", sagt kfp-Geschäftsführer Andreas Kreutzer. Er hält es für realistisch, dass Bwin im nächsten Jahr seine Offline-Konkurrenz überholen könne und sich zum Platzhirschen krönt.

Admiral hat die Zeichen der Zeit jedoch bereits erkannt. "Wir machen bereits 14 Prozent unseres Umsatzes mit unserer Online-Plattform admiralbet.com", sagt Admiral-Geschäftsführer Jürgen Irsigler. Für ihn ist klar, dass dem Online-Bereich die Zukunft gehört. "Das stationäre Geschäft wächst nur mehr langsam, Online hat klar mehr Potenzial", erklärt Irsigler. Im kommenden Jahr möchte er den Anteil des Online Geschäfts am Gesamtumsatz auf 20 Prozent schrauben.

Das Offline-Business soll dabei jedoch nicht leiden. "Wir werden 2010 im stationären Geschäft weiter wachsen und bei den Filialen die 200er-Marke knacken", so Irsigler. Punkten will Admiral dabei künftig vor allem mit Nischensportarten. Wettangebote aus den amerikanischen Ligen NBA (Basketball), NHL (Eishockey) und NFL (American Football) sollen die Kunden weiterhin in die Wettcafes locken. Gerade in Basketball setzt Admiral große Hoffnung. "Wir haben seit letztem Jahr auch ein Arrangement mit der österreichischen Basketball-Bundesliga. Seither verzeichnen wir bei dieser Sportart 50 Prozent mehr Wetten", sagt Irsigler, der den Bereich weiter ausbauen will.

Eine aktuelle kfp-Studie zur heimischen Glücksspielbranche stärkt Bwin den Rücken. 2008 flossen 1,59 Milliarden € in die Kassen der Glücksspiel- und Sportwettenanbieter. Für heuer rechnen die Experten von kfp mit einem Einbruch von 3,3 Prozent auf rund 1,53 Milliarden € bei den Brutto-Spielerträgen. "Bei den Brutto-Spielerträgen handelt es sich um den Betrag, den die Leute verlieren, also das verspielte Geld in Summe", erklärt Kreutzer. Das Geschäft mit Automaten soll mit einem Minus von 6,5 Prozent am stärksten einbrechen, gefolgt von Spielbanken (minus 4,1 Prozent) und Lotteriespielen (minus 3,7 Prozent).
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