Niedersachsen will illegalen Wettbüros an den Kragen
Montag, 26. Oktober 2009
Aus offiziellen Quellen verlautet das Niederesachsen den gegenwärtig 270 illegalen Wettbüros im Land den Garaus machen will. Innenminister Uwe Schünemann kündigte gestern in Hannover eine „härtere Gangart“ gegenüber den Anbietern verbotener Sportwetten an.
Laut Schünemann wurde in Hannover zum ersten Mal massiv von einem Zwangsmittel Gebrauch gemacht, das nach erfolgreichem Test nun auch landesweit angewandt werden soll: der Versiegelung von Computern, Lesegeräten und Spezialdruckern für Wettscheine. Auf diese Weise wurden in der Landeshauptstadt 20 illegale Wettlokale stillgelegt; die Betreiber von elf weiteren Büros machten laut Schünemann ihre Einrichtungen angesichts des behördlichen Drucks von selber dicht.
Sichergestellte Geräte werden laut Schünemann erst dann freigegeben, wenn sich die Besitzer per eidesstattlicher Versicherung verpflichten, diese Geräte nicht anderweitig in Niedersachsen in Betrieb zu bringen. Bei Verstößen drohten neben saftigen Bußgeldern auch Freiheitsstrafen.
Die illegalen Wettlokale in Niedersachsen – oft in Kiosken oder Internetcafés untergebracht – dürften jährlich nach Schätzungen von Fachleuten Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe erzielen.
Das Angebot sei weitaus vielfältiger als bei legalen Einrichtungen (Toto-Lotto, Buchmacher für Pferdewetten). Bei der Fußball-WM gab es zum Beispiel bei einem Spiel 365 Wettmöglichkeiten – vom Spieler mit dem ersten Ballkontakt bis zur Zahl von Fouls und Ecken.
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