Studie belegt: Gefahren von Onlineglücksspiel wurden überschätzt
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Der Mythos vom Onlineglücksspiel als mächtigem Verführer ist empirisch widerlegt. Onlinegaming - insbesondere die Onlinesportwette - weist kein höheres Problempotenzial auf als das entsprechende Offline-Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Division on Addictions (DOA) der Harvard Medical School.
"Rund 95 Prozent der Online-Spieler weisen kein problematisches Spielverhalten auf", erklärt DOA-Direktor Howard J. Shaffer heute, Mittwoch, bei einer Präsentation seiner Forschungsresultate in Wien.
"Ziel unserer Forschung ist die Schaffung eines Bestandes wissenschaftlicher Beweise, die uns bei der Entwicklung sicherer Spielumgebungen und effizienter Spielerschutzprogrammen helfen können. Auf diese Weise sollen Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit Onlinegaming minimiert werden", fasst Shaffer zusammen. Dies sei eine äußerst schwierige Aufgabe, da innerhalb der wissenschaftlichen Fachwelt bislang noch kein Konsens darüber bestehe, ob es bestimmte Indikatoren für ein problematisches Onlineglücksspielverhalten gibt oder nicht.
Seit 2005 erforscht die DOA bereits in Langzeitstudien das Spielverhalten bei Sportwetten, Casino, Poker und anderen Gamingangeboten im Web. Als Basis für die zu Tage geförderten Ergebnisse dienen dabei Kundendatensätzen des Onlinegaming-Anbieters. Entsprechende Initiativen zum sogenannten "Reasonable Gaming" sind inzwischen zwar auf der ganzen Welt ins Leben gerufen worden, die Forschung der DOA versteht sich aber als empirische Pionierarbeit. "Nie zuvor hat eine Forschungseinrichtung kontinuierlich in einer derartigen Größenordnung reales Onlinespielverhalten untersucht", betont Shaffer.
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