Internetgewinnspiel soll Geld bringen
Montag, 9. November 2009
Das traute Heim im Internet verlosen - viele haben es versucht, doch in Deutschland ist das illegales Glücksspiel. Ein Herbrechtinger hat erstmals einen legalen Weg gefunden. Sein Quiz könnte Nachahmer finden.
Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter Jürgen Buchbauer. Behördengänge, juristische Konsultationen, Gutachten und viel Briefpapier waren nötig, bis er sein Haus in Herbrechtingen (Kreis Heidenheim) per Gewinnspiel im Internet anbieten konnte. "Es hat ein Jahr gedauert, bis alles geklärt war", sagt Buchbauer. "Wir wollten hundertprozentig sichergehen, sonst hätten wir es nicht gemacht. Immerhin ist das ein Pilot-Projekt." Für nur 50 Cent kann man ein Haus im Wert von 500 000 Euro gewinnen.
Buchbauer und seine Partnerin Martina Kling rühmen sich damit, in Deutschland die ersten zu sein, die legal ein Hausgewinnspiel anbieten. Das haben schon mehrere behauptet - doch jedesmal stoppten die Behörden die Angebote. Denn private Lotterien und Verlosungen fallen unter das Glücksspielrecht und sind, außer für einen gemeinnützigen Zweck, illegal.
Buchbauer hat jedoch mit seinen Anwälten einen Weg gefunden, der das staatliche Glücksspielmonopol nicht berührt. "Wir haben von einer Stuttgarter Firma ein Onlinequiz anfertigen lassen", sagt Buchbauer. Statt Losen erwerben die Teilnehmer die Startrechte für ein Quiz in fünf Runden - der Sieger gewinnt das Haus. "Wir haben das Herbrechtinger Modell geprüft", bestätigt Uwe Herzel, Pressesprecher im Regierungspräsidium Karlsruhe. "Unserer Auffassung nach handelt es sich nicht um Glücksspiel, es überwiegen die Geschicklichkeitselemente." Für ein Quiz sei die Behörde nicht zuständig. Auch die gewerberechtliche Prüfung durch die Stadt Herbrechtingen verlief positiv. "Die Sache wird aus unserer Sicht legal durchgeführt", sagt der erste Beigeordnete Thomas Diem.
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