Bwin soll angeblich an Übernahme von 888.com interessiert sein
Freitag, 20. November 2009
Im Visier der Österreicher soll der britische Anbieter 888.com stehen, ein Unternehmen, das derzeit einen Unternehmenswert von 335 Millionen Euro in die Waagschale wirft. Das ist eine Größenordnung, die für bwin verdaubar scheint - Bloomberg führt liquide Mittel von etwa 150 Millionen Euro an. Und bwin tätigt Zukäufe gern mit einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien - auch um das alte Management an Bord zu halten. Beim italienischen Marktführer bei Online-Pokerspielen, Gioco Digitale, funktionierte das wie folgt: 50 Millionen in Cash plus 2,3 Millionen eigener Aktien, die zum aktuellen Kurs 85 Millionen Euro wert sind.
An einer "Nebenfront" wurde bwin jedenfalls bereits heute aktiv: An der ebenfalls in Wien gelisteten Sport-Wettbörse Betbull wurde der Anteil auf knapp 37 Prozent ausgebaut.
Was für den Einstieg bei 888 spricht wäre die Tatsache, dass die Briten ein im Vergleich zu bwin günstigeres KGV aufweisen, sich die bwin-Aktie also verbilligen würde. Dass die Margen von 888 unter denen von bwin liegen ist darin begründet, dass 888 kaum Sportwetten anbietet.
"Wir kommentieren offiziell keine Gerüchte", sagt jedenfalls der stellvertretende GschFhr von bwin, Norbert Teufelberger. Nachsatz: "Wir sprechen mit vielen verschiedenen möglichen Partnern und Firmen." Und was sagt Branchenexperte Alfred Reisenberger, Chefanalyst für Österreich und CEE bei Cheuvreux: "Ja, das würde passen. Ich glaube aber, dass bwin nach der Übernahme von Gioco Digitale jetzt schon sehr gut im Pokergeschäft aufgestellt ist. Und 888.com ist eigentlich in den falschen Märkten für bwin tätig."
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