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Deutsches Glücksspielmonopol ermutigt Internetprotestaktion
Freitag, 28. Mai 2010
Deutsche Zocker, frustriert durch die inflexible Haltung und dem kontinuierlichen „Würgegriff“ des staatlichen Glücksspielmonopols mit seinen minderwertigen Optionen und Chancen, werden wahrscheinlich in großen Scharen in die Arme von ausländischen Onlinecasinos und ausgebrochenen Wettfieber; berichtete die Deutsche Welle.

„In nur ein paar Wochen werden Fußballfans in ganz Deutschland ihre Wetten platzieren“, so die Publikation. „Einige werden bei den vorhandenen, legalen und staatlich regulierten Anbietern von Sportwetten, darunter Oddset u.a., dies tun. Eine Mehrheit wird jedoch ihre Wetten bei illegalen oder privaten Onlinewettseiten platzieren, die im Ausland registriert sind.“.

„Warum? Die Antwort ist simpel: Sie haben einfach mehr Optionen und bessere Wettquoten.“

Die Rechtslage in Deutschland, so der Artikel weiter, hat eine Situation geschaffen, bei dem durch den abgeschlossenen Staatsvertrag alle lukrativen Einkünfte direkt an den deutschen Staat gehen.

Die Gesetzgebung verbietet im Grunde genommen alle Sportwettseiten, mit der Ausnahme von Pferdewetten, oder schränkt sogar andere, staatliche streng regulierte Webseiten derart in ihren Freiheiten ein, das sogar eine Werbung der Dienstleistungen verboten ist.

Laut dem Bericht der Deutschen Welle haben diese Einschränkungen für ein Loch im Staatssäckel seit der Einführung des Glücksspielstaatsvetrags gesorgt; wobei der unregulierte Online Sportwettenmarkt jedoch blüht!

„Von den 7,8 Milliarden Euro, die die Deutschen alleine im Jahr 2009 gewettet haben, gingen nur 240 Millionen Euro an die staatlichen Sportwettenbetreiber und 250 Millionen Euro an die Pferderennenbetreiber, so der Bericht, der sich auf eine Marktanalyse von Goldmedia bezieht.
Mehr als 94% der Umsätze in der Branche gingen an private Firmen im Ausland, die nicht in Deutschland registriert sind.

Goldmedia Analyst Michael Schmid teilte der Deutschen Welle mit, daß besonders die junge Generation sich für Sportwetten und deren Anbieter interessieren.

„Deutschland ist ein großer Markt, aber die Angebote der staatlichen Betreiber sind nicht sehr attraktiv,“, sagte er. „Mehr Spieler werden auch weiterhin auf der Suche nach besseren Onlineoptionen dem Land den Rücken kehren. Dieses Segment oder Spielerpotential wird sicherlich noch wachsen.“.

Einigen Schätzungen zufolge liegt die Zahl der deutschen Onlineglücksspielfans bei fast 2,2 Millionen – Tendenz wachsend, berichtete die Publikation.

In einer anderen Studie, herausgegeben von Professor Ulrich Schmidt vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel, wird die Regierung in Berlin aufgefordert, den Sporwettenmarkt komplett zu liberalisieren und einen Wettbewerb zwischen den privaten und staatlichen Betreibern zuzulassen.

„Wir verlieren Staatseinnahmen in Deutschland“, so der Professor. „Warum lassen wir die privaten Firmen außerhalb des Landes? Warum erlauben wir ihnen nicht hier zu operieren und Steuern zu zahlen? In einer Welt von Onlinediensten, bei denen die Kunden sich relativ frei bewegen können, sind Monopole verwundbar.“.

Die Olympische Sportföderation hat die Regierung in Deutschland auch schon aufgefordert, das Sportwettenmonopol zu beenden.

Der Druck auf die Regierung wird sicherlich noch wachsen; der Glücksspielstaatsvetrag wird nächstes Jahr zu Erneuerung anstehen, und eine große Anzahl an Politikern, fixiert auf die schwindenden Staatseinkünfte, diskutieren bereits über Änderungen des Gesetzes.

Manche wünschen sich, das Deutschland in die Fußstapfen des Vereinigten Königreichs tritt, und das staatliche Glücksspielmonopol komplett abgeschaffen wird, so der Bericht weiter. Die Tatsache, daß es schon Druck der Europäischen Kommission gibt, die sich für das Prinzip des freien Handels von Gütern und Dienstleistungen einsetzt, scheint in Berlin bis jetzt noch nicht angekommen zu sein.
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